machismo

Angaben zum Stück

Premiere 17.9.2003 im Theaterhaus Stuttgart

Ein Theater - so vital wie der Flamenco
der Inhalt - machismo eben.

»...Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen: du aber herrsche über sie. Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: Lass uns auf’s Feld gehen! Und es begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot.«
(AT)

Große Flamencokünstler sowie Vokalsolisten finden sich in der Companie Catarina Mora Flamenca in einer neuen Zusammensetzung, um das Thema der Männer in all seinen lustigen, dramatischen, traurigen und lebendigen Facetten auf die Bühne zu bringen. In verschiedenen Szenen wird der Flamenco in einer Handlung vertieft und gewinnt in der Regie von Stefan Bastians an Ausdruckskraft und Präsenz. In »Machismo« kristallisiert sich ein Thema heraus, das in seiner Umsetzung endlos viele Konsequenzen mit sich bringt: »Umgang mit Macht und Ohnmacht«.
Die Souveränität der Künstler erlaubt der Regie viel Bewegung, ohne je die Authentizität der Flamencokunst zu verletzen.

»Ein Mann kann nicht so abtreten, wie er kam.«
(A. Miller)

»Jede Kultur ist mit der Emanzipation der Frau erledigt.«
(U. Sonnemann)

»Männer besitzen vier Dinge, die auf dem Meer zu nichts nutzen – Steuer, Anker, Ruder, und die Furcht, unterzugehen.«
(Antonio Machado)

»Drei Dinge braucht der Mann.« Diesen Spruch kennt man aus der Werbung, aber die 4 Dinge, die einen Mann als solchen auszeichnen, werden heute entweder in Frage gestellt oder meist aus wirtschaftlichen Machtinteressen forciert und pervertiert: Potenz, Wirtschaftlichkeit, Tapferkeit und Unabhängigkeit. Mit der alttestamentlichen Vorlage Kain und Abel erzählen wir die Geschichte von 2 Brüdern, die solange mit ihren männlichen Vorzügen in Frieden und Eintracht leben können, bis es zu einem Vergleich ihrer Talente kommt. Abel, der Schwächere, wird von einer Frau bevorzugt, Kain, der Stärkere, mit maßloser männlicher Selbstüberschätzung, der erwartete Gewinner, wird zurückgewiesen. Machismo verstehen wir
als eine ursprünglich wertfreie Kraft. Kain erlebt in dieser Zurückweisung die ganze Wucht, die das Gute erstrebt und dann doch oft Böses hervorbringt.
(Stefan Bastians)

Peter Rosegger
»Über die Geschichte der »Sünde des Jungmanns«
habe ich einmal einen Vortrag gehalten, und da wäre mir beinahe etwas passiert. Die Männer wollten mich steinigen und die Frauen wollten mich küssen. Daraus ergab sich allerdings eine einfache Taktik: Ich verwies die kussfrohen Frauen an ihre kampflustigen Männer, und diese ließen Steine fallen, um freie Hand zu bekommen.«

Aus Lysistrate, Hetäre Megara
»Und jetzt kommt der letzte Teil meines Plans, Lysistrate! Was ist denn anders an den Männern von Sparta? Es heißt, die Ohren stünden ihnen ab wie Henkel. Gut, packt sie bei ihren Henkeln! Sie sollen stark sein, ist euch das nicht recht? Die Schönheit der attischen Frauen wird die Spartaner reizen. Im richtigen, im letzten Augenblick tauschen wir die männlichen Waffen gegen die weiblichen. Wir werden die Kräfte der Spartaner schwächen. Das alles muss bei Nacht geschehen, wir schleichen in ihr Lager, auf nackten Füßen, unbewaffnet. Und dann, wenn unsere eigenen Männer merken, wo wir sind, besorgen sie den Rest. Myrrhene, Täubchen! Jetzt läufst du auch noch weg! Nun sind wir unter uns, Lysistrate. Sie werden deinem Plan nicht folgen. Meinem auch nicht. Es wird alles beim Alten bleiben.«

Kain Miguel Amgel
Abel Francesco Cirigliano
1. Frau Maribel Espino
2. Frau Sibylle Thude
Gesang Momi de Cadiz  Guillermo Anzorena  Andreas Fischer
Gitarre Juan Soto  Antonio Espanadero
Percussion Rafael Fontaina
Künstlerische Leitung Catarina Mora
Regie Stefan Bastians
Bühne und Kostüme Sylvia Wanke
Komposition Mariano Martin
Choreographie Miguel Angel
Lichtdesign Udo Haberland
Ton Ralf Meinz
Bühne Walther Lorenz
Idee und Produktion Catarina Mora

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